Südtiroler Geschichte

Schenna ist die Perle im Panorama des Südtiroler Tourismus. Landschaftlich schön gelegen, umgeben von den Weinbergen und Obstgärten unter dem Ifinger, ein wenig mediterran und doch alpin. Mit dem wunderbaren Sonnenklima der Alpensüdseite gilt Schenna heute vielen als Aushängeschild Südtirols. Doch das war nicht immer so. 

Noch vor 50 Jahren war Schenna ein einfaches Bauerndorf, in dem die Bevölkerung ausschließlich von der Landwirtschaft lebte. Dem ganzen Land Südtirol drohte Verarmung und kulturelle Vereinnahmung.

Dagegen haben sich Menschen wie Sepp Innerhofer, der Gründer des Hotels Innerhofer, zur Wehr gesetzt. Der Obstbauer aus Schenna war damals am Aufbau des Tourismusvereins in Schenna beteiligt und darüber hinaus politisch aktiv. 

Seit der Großkundgebung auf Schloss Sigmundskron 1957 kämpfte er mit vielen anderen Südtirolern für Autonomie und Unabhängigkeit. Internationales Aufsehen erregte die Nacht des 11. Juni 1961, die als Feuernacht in die Geschichte einging

Von seinen Erfahrungen über die hochbrisanten Spannungen aus der damaligen Zeit berichtete Sepp Innerhofer regelmäßig in Vorträgen im Hotel, aber auch in Schulen und bei diversen Veranstaltungen.

Schloss Sigmundskron

Die Geschichte:

Nach der Annexion Südtirols durch Italien im Herbst 1919 und weiteren zwei Jahrzehnten Diktatur, reichte es den Menschen in den 1950er Jahren. Grund dafür war auch die große Arbeitslosigkeit und kulturelle Vereinnahmung. 1957 kam es zu einer landesweiten Protestkundgebung auf Schloss Sigmundskron, die als Startschuss für Südtirols Autonomiebestrebungen gilt. Nun kam es auch zum bewaffneten Widerstandskampf der Gruppe „Befreiungsausschuss Südtirol“, der sich gegen die Politik des damaligen Innenministers und Hardliners Mario Scelba richtete.

In der als Feuernacht in die Geschichte eingegangenen Nacht vom 11. auf den 12. Juni 1961, sprengten Widerständler Dutzende Strommasten und faschistische Relikte. Noch im selben Jahr befasste sich die UNO mit dem Fall Südtirol. Am 20. Januar 1972 trat schließlich das „Autonomie-Paket“ in Kraft, das den Beginn für Aufschwung und Wohlstand bedeutete. Bis heute ist der politische Prozess und die Debatte um die zukünftige Entwicklung nicht abgeschlossen.

Im Schenna Magazin 2016 finden Sie auf Seite 36 den Bericht 'Zeitzeugen im Gespräch' mit Herrn Sepp Innerhofer.
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